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Legasthenie – Buchstabenchaos im Kopf

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Legasthenie oder Lese- und Rechtschreibschwäche hat viele Ursachen und viele Gesichter. Die Grenzen sind fließend. Schlechte Rechtschreibzensuren sind allein jedoch noch lange kein Indiz für eine Legasthenie. Viele Kinder sind einfach für ihr Alter oder ihre Entwicklung überfordert und können der Geschwindigkeit des Diktats nicht folgen. Die wohl stärkste Ausprägung und damit „wirkliche“ Legasthenie liegt dann vor, wenn die Buchstaben im Kopf verschwimmen und teilweise sogar gespiegelt geschrieben werden, die Schreibweise einzelner Wörter wechselt ohne zu erkennen, welche davon richtig und welche falsch ist.

Wie es bei einer Legasthenie zum Buchstabenchaos im Kopf kommt

Unser Gehirn besteht aus zwei Hälften – der linken und rechten Hemisphäre oder Gehirnhälfte.

Die Neurowissenschaften beweisen heute in vielen Tests, dass bei allen Lernvorgängen mehrere Hirnareale beteiligt sind und dabei verschiedene Funktionen übernehmen. Dennoch gibt es eine Art Arbeitsteilung zwischen den beiden Hemisphären.

Die meisten Menschen haben eine Präferenz für eine Seite. Dies prägt ihre Fähigkeiten, ihre Persönlichkeit und ihre Talente. Menschen mit einer Legasthenie sind vorwiegend rechtshämisphärisch geprägt. Es ist daher kein Zufall, dass unter Künstlern und stark kreativ tätigen Menschen die Verbreitung von Legasthenie besonders zu beobachten ist.

Rechtshämisphärisch orientierte Menschen haben auch meist eine ausgeprägte räumliche Vorstellungskraft. Sie können also Bilder gut gedanklich drehen, verschieben und von allen Seiten betrachten, ohne deren Dreidimensionalität zu verlieren.

Woran kann eine Legasthenie dieser Art erkannt werden

Viele Menschen sind verunsichert und fragen sich, woran sie eine mögliche Legasthenie erkennen können. Folgt man den oberen Beschreibungen, gibt es mehrere Symptome oder Indizien im Vergleich zu schlechten Rechtschreibfähigkeiten:

  • Wörter werden in verschiedener Weise falsch geschrieben ohne zu wissen, welche richtig ist. Teilweise werden die verschiedenen Schreibweisen alle für richtig gehalten oder geraten. Ein schlechter Rechtschreiber hingegen schreibt ein Wort meist auf die gleiche Weise falsch oder weiß nicht, wie es zu schreiben ist. Das ist ein großer Unterschied. Legastheniker wissen nicht, welche Schreibweise richtig ist, schlechte Rechtschreiber haben sich die Schreibweise falsch eingeprägt.

  • Buchstaben werden nicht nur verwechselt, sondern auch verdreht. Dies ist eine Folge der starken räumlichen Vorstellungskraft. So wie ein Gegenstand gedreht und von allen Seiten betrachtet wird, drehen sie auch die Buchstaben. Das führt zum Buchstabenchaos. Dieser Hinweis ist bei schlechten Rechtschreibern kaum anzutreffen.

  • Bei einer Legasthenie liegt die Fehlerquelle nicht in mangelnder Zeitvorgabe. Weder langsameres Sprechen noch mehr Zeit führen zu nennenswert besseren Ergebnissen. Bei schlechten Rechtschreibern schon.